Darf der Bully "hüpfen" ?????

 

Stabilität und Funktionstüchtigkeit des Bewegungsapparates beim erwachsenen Hund hängen einerseits ab von Erbanlagen, aber ebenso von Fütterung und Haltung, insbesondere in der Phase der Aufzucht. Für die sinnvolle Zuchtwahl sind die Richter und Verantwortlichen in den Zuchtverbänden gefordert. Die Lebenstüchtigkeit der Bullys muss im Vordergrund stehen, nicht schwierig zu erreichende Schönheitsideale, die den Hunden das Leben schwer machen.

Bei der Aufzucht liegt ein großer Teil der Verantwortung beim Besitzer des Junghundes. Wichtig ist, zu wissen, dass das Wachstum der Hunde durch reichhaltige Ernährung schneller abläuft als bei den wilden Vorfahren. Das Skelettsystem wird aber nicht durch Kalkeinlagerungen stabilisiert. Dadurch ist seine Belastbarkeit geringer. Temperament und Bewegungsfreude des Junghundes stehen im Gegensatz zur Belastbarkeit des Skeletts. Durch kraftvolle und sprunghafte Bewegung der wachsenden Jungtiere können im verformbaren Bereich der Knochen Deformationen entstehen, die sich kaum rückgängig machen lassen.

Die Phase des intensivsten Wachstums findet beim Bully bis zum Alter von 6 Monaten statt. Dies ist auch die Zeit, in der die Gefahr einer Deformation am größten ist. Im Gegensatz zu den großen Rassen sind die Bullys mit 9 Monaten ausgewachsen, sie nehmen dann nur noch an Stabilität zu. In der Wachstumsphase muss man die körperliche Aktivität der Bullies in die richtigen Bahnen lenken. Er sollte keine Treppen steigen, nicht auf das Sofa springen, mit erwachsenen Hunden nur kurzzeitig spielen und nicht hinter geworfenen Gegenständen herrennen. Er sollte auch nie an den Vorderextremitäten hochgenommen werden, um keine Lockerung in der Schulter zu provozieren.

Die Fütterung der Bullies muss so ausgewählt sein, dass er ein athletischer, aber nicht fetter Hund ist. Die Taille sollte als Einziehung zu sehen sein. Man sollte immer zum gleichen Zeitpunkt füttern und kein Futter ständig stehen lassen. Die Verfügbarkeit von Fertigfutter gestaltet die Fütterung unkompliziert. Wenn man das für Entwicklungszustand, Altersgruppe, Größe Aktivität passende Futter nimmt, kann man davon ausgehen, dass alle notwendigen Wirkstoffe enthalten sind. Auf keinen fall sollte man das durch wissenschaftliche Untersuchungen erkannte Gleichgewicht zwischen den Wirkstoffen durch wohlgemeinte Futterzusätze stören. Besonders schädlich kann der Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffpräparaten sein - Wachstumsstörungen sowie Störungen in der Knochenentwicklung können die Folge sein.

Wenn die Erbanlage und die Aufzucht es ihm ermöglichen, ist der Bully gern ein hüpfender Hund. die ideale Voraussetzung darüber hinaus ist ein Besitzer, der ihm dies in einem Rahmen ermöglicht, der für ihn nicht schädlich ist.

von Dr. Ernst, Stuttgart
(
Entnommen aus der Bully-Post mit dessen freundlicher Genehmigung)